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Volker Renner: Der Pedro ist aber ein Pony

Anlässlich der Neuerscheinung des Künstlerbuchs „Der Pedro ist aber ein Pony“ von Volker Renner präsentiert die kulturreich Galerie Hamburg die Fotoarbeiten des Künstlers vom 30. April bis 22. Juli 2016. Darin spürt er dem Begriff „Heimat“ nach und stellt sie ausgewählten Arbeiten aus dem parallel erschienenen Buch „Wo waren Sie, Herr Renner? oder ein Mangel an Information“ in der Ausstellung gegenüber.

„Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt“ besagt ein deutsches Sprichwort. Volker Renner, der sonst in der ganzen Welt unterwegs ist, um zu fotografieren, geht in seinem Künstlerbuch „Der Pedro ist aber ein Pony“ dem Begriff der „Heimat“ auf den Grund, und zwar dort, wo man meint, diese am ehesten zu finden: Im Heimatroman. Doch die Idylle im Heimatroman ist nicht so heil, wie es auf den Titeln der Heftchen zunächst scheinen mag. Die Heimat ist ständig bedroht und will gegen Eindringlinge, wie Fremde oder Wilderer, verteidigt werden. Die Hand ist schnell an der Waffe oder in der Hand des Mädels, wenn alle Hindernisse auf dem Weg zum Liebesglück aus dem Weg geräumt worden sind. Missverständnisse sind in dieser Welt Programm. So wird aus einem vermeintlichen Liebhaber auch schon mal ein Pony. Aber nur sehr selten lassen sich einmal zwei Burschen oder zwei Mädels auf dem Cover erwischen.

Wie auch in seinem parallel erschienen Künstlerbuch „Wo waren Sie, Herr Renner? oder ein Mangel an Information“ experimentiert Volker Renner mit dem Zusammenwirken von Bild und Text. In „Der Pedro ist aber ein Pony“ arbeitet der Künstler mit gefundenem Material, das er in einem schmerzvollen Prozess aus Heimatromanen extrahiert hat. Wie absurd und versponnen das Heimatbild und wie „einfach gestrickt“ diese literarische Gattung ist, zeigt der Künstler, indem er den Titelbildern Dialogsätze aus dem jeweiligen Roman gegenüberstellt. Bild und Text überlagern sich in ihrer erzählerischen Funktion und verstärken sich gegenseitig zu einem Gesamtbild, das die Größe der Gesten und der Gefühle in ungeahnte Höhen treibt und ihr Ausmaß an Absurdität freilegt. Vor dem Auge des Betrachters entwickeln sich Bilder von Waffen und Wiesen. Und, es sei verraten, der Verleger wollte einen anderen Schluss.

Ausstellungsdaten:

Volker Renner: Der Pedro ist aber ein Pony
Dauer: 30.04. bis 22.07.2016