Art Consulting

Freie Sicht durch Sigrid Nienstedt in Praxisräumen

Ausstellungsvermittlung

Die Facharztpraxis für plastische und ästhetische Chirurgie lud ihre Kunden, Patienten und Interessierte zum Sommerfest mit Vernissage „Freie Sicht“ von Siegrid Nienstedt ein – kulturreich sorgte mit der Ausstellung dafür, die Praxisräume einmal anders zu erleben: Durch die Werke der Künstlerin wirkt räumliche Ästhetik inspirierend und auf angenehme Weise kontemplativ. Auf der einen Seite ist für die ärztliche Praxisleiterin Dr. med. Stefanie Müller Aufklärung und größtmögliche medizinische Sicherheit maßgebend, auf der anderen Seite liegt ihr das Wohlbefinden der Patienten in den Beratungsräumen sehr am Herzen. Ihre Leidenschaft für die Kunst ermöglicht der Künstlerin damit auch einen Zugang zu einer sehr kunstaffinen Zielgruppe.

Die groß- und kleinformatigen Malereien erzählen unter anderem von einer 'Freien Sicht' inmitten der Metropole, die viele Menschen zu schätzen wissen. Es lässt einen aufatmen, uns ausbrechen aus engen Räumen, aus den Mustern des urbanen Lebens, die so häufig begrenzend auf uns wirken. Eintauchen in eine - im wahrsten Sinne des Wortes - unverstellte Welt. Das Weitsehen ist nicht nur angenehm für das Auge, es entspannt den Geist, es beflügelt die Phantasie, es erfrischt die Sinne. Wer saß nicht schon mal auf dem Altonaer Balkon und hat sich von der schönen Aussicht treiben lassen? Den Gedanken freien Lauf gelassen und den Blick in die Weite schweifen lassen, versunken im Innen und Außen, im Fühlen und im Sehen? Die Bilder von Sigrid Nienstedt funktionieren wie Fenster in eine vertraute und doch irreale Welt. Scheinende Momentaufnahmen, angehaltene Situationen stehen im Vordergrund. Typische Themen sind Stadtlandschaften wie Hamburg, Berlin, Venedig und Florenz, Orte und Ansichten, die man zu kennen scheint, auch wenn man noch nie dort war. Die Realität kehrt sich aber bei eingehender Betrachtung in etwas Geheimnisvolles um. Es entsteht eine Balance zwischen unserer vertrauten Wirklichkeit und der von Nienstedt geschaffenen Fiktion. Die Künstlerin beschäftigt sich in ihren Bildern auch mit dem Verhältnis von Gegenständlichkeit, Farbigkeit und Abstraktion. Sie führt diese Aspekte zusammen und schafft so etwas Neues, Eigenes, das nur jeder selbst erleben und empfinden kann. Die Gegenstände lösen sich fast gänzlich in Farbe und Form auf, bestehen bleibt das eigene Empfinden von Landschaft. Die in Öl gemalten Bilder bestechen aber vor allem durch ihre Farbigkeit. Diese erzeugt eine Räumlichkeit, die sich dem Betrachter erst nach und nach erschließt. Die Realität wird zu einem abstrakten Farbraum, einem Farbklang, einer einzigartigen Impression. Sigrid Nienstedt stellt ihre Landschaften durch die bewusst gewählte, unnatürliche Farbgebung überspitzt dar. Sie sind kein Abbild mehr, sondern transportieren eine Stimmung, ein rein subjektives Empfinden. Die Farbe wird zur Metapher. Die gezeigten, von Leichtigkeit zeugenden Landschaften werden zu abstrakten, ja fast monochromen Gebilden. Die so entstehenden Landschaften werden zur künstlichen Bühne, ähnlich einer Kinoleinwand. Die fast prototypischen Bilder lassen eine Projektion der eigenen Welt zu und wecken gleichzeitig vertraute Erinnerungen und Emotionen (Textauszüge von Miriam Wolf, Kuratorin der Ausstellung, kulturreich).

Sigrid Nienstedt, 1962 in Krebeck geboren, studierte Malerei an der HBK Braunschweig bei Ben Willikens bei dem sie auch später als Meisterschülerin hervorging. Neben Ausstellungen u.a. in den USA, Florenz, Mailand, Paris, Köln, München, Berlin, Frankfurt und Göttingen war sie auf Kunstmessen wie der Art Cologne und der Art Miami vertreten. Die mehrfache Kunstpreisträgerin lebt und arbeitet seit vier Jahren in Hamburg.